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Jahresrückblick auf 5 Jahre alleinerziehend sein

5 Jahre alleinerziehend sein im Rückblick

Der Geburtstag meiner Tochter steht vor der Tür. Es ist mittlerweile ihr 5. Für mich bedeutet das, dass meine Ehe vor ziemlich genau 5 Jahren zerbrach. Es macht mich traurig, dass dieses freudige Ereignis immer wieder diese alten Erinnerungen zutage fördert. Aber es macht mich auch stolz und glücklich, wenn ich sehe, was ich in diesen 5 Jahren alleinerziehend sein alles geschafft habe!

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Das 1. Jahr alleinerziehend sein

Dem Spruch „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ kann ich rückblickend auf das erste halbe Jahr nach der Trennung nicht viel abgewinnen. Im Oktober trennte sich mein Mann überraschend von mir. Ich war schockiert. Wir hatten gerade unser 2. gemeinsames Kind bekommen!

Wohnsituation nach der Trennung

So merkwürdig es sich auch anhört, aber frisch getrennt blieb wohnlich erst einmal alles beim Alten. Wo sollten wir auch so schnell neue Wohnmöglichkeiten herbekommen?

Und das war auf eine merkwürdige Weise auch gut so, denn ich konnte es mir überhaupt nicht vorstellen, ganz allein für ein Baby und einen 3-Jährigen zu sorgen. Dennoch zog mein Ex 4 Monate nach der Trennung in einen 70 km entfernt gelegenen Ort. Ohne meine Zustimmung – das geht.

Mein laut Definition offizielles Alleinerziehend-Sein begann. Aber es wurde nicht so schlimm wie befürchtet. Denn mit meinem Ex verschwand auch sein Chaos, sein im Haus angesiedeltes Unternehmen und seine Mitarbeiter. Ich konnte anfangen, meinen persönlichen Scherbenhaufen zusammenzukehren und zur Ruhe zu kommen.

Mein Geld, sein Geld

Finanziell ist die erste Zeit nach der Trennung nicht sehr rosig gewesen. Zum Glück hatte ich noch ein paar Finanzreserven, denn das Elterngeld war beim zweiten Kind schon nicht mehr so prickelnd. Und noch etwas geschah: Plötzlich sah ich die ganzen Rechnungen und Mahnungen in der Post, die mich bis dato nie erreicht hatten.

Mein Ex-Mann hatte es nicht so genau genommen mit dem Begleichen der Rechnungen, die in seine Zuständigkeit fielen. Da ich Miteigentümerin des gemeinsam gekauften Eigenheims war, habe ich dadurch viel Lehrgeld bezahlt. Geld, dass mir für mein Leben und die Versorgung meiner Kinder fehlte.

Allein das Haus verkauft

Aber ganz so düster möchte ich das erste Jahr alleinerziehend sein so nicht stehen lassen, denn es gab auch ganz fantastische Momente:

Die Entscheidung das Haus zu verkaufen, hat sich für mich im Nachhinein als sehr richtig herausgestellt. Es machte für mich allein mit den Kindern keinen Sinn, fernab meiner Familie zu leben. Also inserierte ich das Haus, ertrug mit Baby auf dem Arm viele Besichtigungstermine und fand schließlich die Käufer. Ich werde das nie vergessen. Es war so großartig, dass ich es kaum in Worte fassen kann.

Wohnungssuche als Alleinerziehende

Der zweite Lichtblick war meine Wohnungssuche. Ich hatte ein ziemlich genaue Vorstellung und machte mich zeitgleich zum Hausverkauf auf die Suche. Ich setzte viel auf Mund-zu-Mund-Propaganda. Schließlich wollte ich zum neuen Kindergartenjahr umgezogen sein.

Und siehe da, innerhalb meines Zeitfensters klingelte das Telefon und ich erfuhr über eine Bekannte von meiner Wohnung. Es hatte alles gepasst: Lage, Wohnort und Preis. Da sag noch einer, Alleinerziehende fänden per se nichts auf dem Wohnungsmarkt.

9 Monate nach der Trennung zogen wir dann um. Ich erinnere mich noch, wie ich das Haus besenrein machte und den Schlüssel übergab. Ich habe es nie bereut.

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5 Jahre alleinerziehend sein zusammengefasst
Mein persönlicher Rückblick auf 5 Jahre alleinerziehend sein mit den wichtigsten Meilensteinen, Höhen und Tiefen. So entwickelte sich meine Lebenskrise zur Lebenschance.

Das 2. Jahre alleinerziehend sein

Nach dem sehr aufregenden ersten Jahr kehrte im neuen Zuhause Tag für Tag wieder etwas mehr Ruhe und Routine ein. Zumindest soweit das mit einer 1-Jährigen und einem 4-Jährigen geht.

Beruflicher Wiedereinstieg als Alleinerziehende

Beruflich nahm ich nach 14 Monaten Elterngeldbezug meine selbständige Tätigkeit wieder auf. Ich bin sehr froh darüber, dass ich den Umzug unabhängig von einer Arbeitsstelle bewerkstelligen konnte – und weil der Kindsvater nichts dagegen hatte.

Kinderbetreuung finden

Die nächste Hürde war das Finden einer Tagesmutter für meine Tochter. Denn die U3-Gruppen der Kindergärten hatten keine Kapazitäten mehr. Tagesmütter waren über Monate ausgebucht, aber ich musste dringend wieder arbeiten. Schließlich war ich auf mein Einkommen angewiesen und wollte mich nicht auf die unregelmäßigen Zahlungen meines Ex-Mannes verlassen. Aber auch hier fand sich einige Wochen und viele Telefonate später eine Lösung.

Mein Tipp:

Die Kinderbetreuung kann eine ganze Menge Geld kosten, besonders für Kinder unter 3 Jahren. Damit du deinen Beruf ausüben kannst, ohne bankrott zu gehen, informiere dich beim zuständigen Jugendamt bzw. Sozialamt, ob die Kosten dafür übernommen werden und wie die Berechnungsgrundlage ist.

Ich habe festgestellt, dass es hier Unterschiede gibt. Bei den einen zählt nur dein Einkommen und bei den anderen dein Einkommen plus das Einkommen des Kindsvaters. Informiere dich und stelle rechtzeitig einen Antrag auf Kostenübernahme. Manchmal übernimmt auch der Arbeitgeber die Betreuungskosten.

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Trennungsjahr und Scheidung

Und noch etwas passierte im 2. Jahr alleinerziehend sein: Das Trennungsjahr lief und es wurde Zeit die Scheidung vorzubereiten. Denn das kannst du auch schon während des Trennungsjahrs machen.

Da wir beide die Kosten hierfür niedrig halten wollten, einigten wir uns im Vorfeld auf die wesentlichen Punkte und ließen beim Notar eine Trennungs- und Scheidungsfolgenvereinbarung aufsetzen.

Die eigentliche Scheidung war damit nur noch eine reine Formalität und in ziemlich genau 10 Minuten durch. Mein Ex-Mann hatte sogar auf einen eigenen Anwalt verzichtet. Somit waren wir mit Ablauf des 2. Jahres geschiedene Leute.

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Das 3. Jahre alleinerziehend sein

Ich war sehr froh, die großen Brocken der Trennung und Scheidung hinter mir zu haben und plante für die kommenden Jahre nichts Weltbewegendes mehr ein. Nur meinen Kindern beim Großwerden zuzusehen und einer beruhigenden Routine aus Kinderbetreuung, Arbeiten und Haushalt nachzugehen.

So dachte ich in den guten Momenten. In den schlechten Momenten fühlte ich mich überhaupt nicht gut. Die beruhigende Routine wurde nämlich unter hohem Zeitdruck jeden Tag aufs Neue ausgeübt. Einen körperlichen oder geistigen Ausgleich hatte ich nicht und so kamen gesundheitliche Probleme.

Mutter Kind Kur beantragen

Mein Körper quittierte mir die letzten Jahre und den hohen Stress-Level. Ich musste dringend wieder etwas für mich tun und mir helfen lassen. Eine Mutter Kind Kur kam mir in den Sinn. Aber die Antragstellung glich bei mir einem Spießroutenlauf. Denn meine Hausärztin war keine große Hilfe und auch die Beratungsstelle war alles andere als gut.

So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Ich wusste, was ich täglich leistet und hatte etwas mehr Respekt und Hilfestellung erwartet – vor allem einen wesentlich unbürokratischeren Akt. Wie soll man das denn stemmen, wenn man arbeitet, zwei Kinder hat und gesundheitlich angeschlagen ist?

Die Mutter Kind Kur hatte ich daher für mich persönlich abgehakt und mir stattdessen Gedanken gemacht, wie ich eine gesündere Lebensweise in meinen bestehenden Alltag integrieren konnte. Denn dort brauchte ich neue Gewohnheiten und Strukturen, wollte ich nicht noch schlimmeren gesundheitlichen Problemen entgegen sehen.

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Gleichgesinnte gesucht

„Wie machen das eigentlich andere Alleinerziehende? Es gibt doch so viele, die die gleichen Probleme haben und sie vielleicht schon gelöst haben. Ich bin ja nicht die erste, die vor dieser Aufgabe steht“, dachte ich.

So fing ich an mich zum ersten Mal mit anderen Alleinerziehenden zu vernetzen. Ich besuchte ein Alleinerziehenden-Treffen vor Ort und suchte wie ein Trüffelschwein nach guten Ideen und Vorbildern für mich. Denn in den Medien konnte ich dazu kaum etwas finden.

Das half. Ich fühlte mich nicht mehr allein auf dieser Welt mit meinen Sorgen und Problemen. Es tat gut gemeinsam auf Augenhöhe über alles zu sprechen, weil wir viel ähnliches erlebt hatten.

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Das 4. Jahre alleinerziehend sein

Nach den ersten vorsichtigen Schritten raus aus meiner mütterlichen Insel fand ich immer mehr Gefallen daran, mich umzusehen und Lösungen für meine Probleme im Außen zu entdecken, statt allein bei Null anfangen zu wollen oder es gleich bleiben zu lassen.

Altersvorsorge für Alleinerziehende

Denn es gab da noch ein wichtiges Thema, dass mir auf den Nägeln brannte: Meine Altersvorsorge. Denn meine in Teilzeit ausgeübte Selbständigkeit schien dafür nicht auszureichen. Ich zahlte zwar in die Rentenkasse ein, aber die Ansprüche daraus ließen auf eine große Rentenlücke schließen.

Durch Zufall oder besser gesagt den schlauen Facebook-Algorithmus wurde ich auf Madame Moneypenny und ihr Finanzwissen für Frauen aufmerksam. Mit Feuereifer saugte ich alle Informationen auf, die ich finden konnte und fing zum ersten Mal an mir Gedanken zu meinem Geld zu machen. Ich stellte beruhigend fest, dass ich gar nicht mehr Zeit mit Arbeiten verbringen musste, um eine gute Altersvorsorge hinzubekommen. So wurde meine persönliche Lösung geboren. Altersreichtum, ich komme!

Eigene Pläne schmieden

Und so kippte im 4. Jahr alleinerziehend sein mein Leben von Sturm in Ruhe in Lebensfreude. Ich merkte, dass es auch seine Vorteile hat alleinerziehend zu sein. Ich fühlte, dass ich auch als Alleinerziehende ein gutes Leben leben kann und dafür keinen Partner brauche – schon gar nicht für die Finanzen. Und ich fühlte mich zum ersten Mal seit sehr langer Zeit wieder frei.

Das war der Startschuss für meinen Blog gut-alleinerziehend. Ich weiß noch, wie aufgeregt ich bei der Entscheidung war und wie ich doch noch kneifen wollte. Aber es war mir so wichtig Frauen und Männern die Angst vorm Alleinerziehend-Sein zu nehmen.

Denn wir sind keine armen, bemitleidenswerten Gestalten am Rande der Gesellschaft. Nein. Wir sind überall, in allen Gesellschaftsschichten und nur weil wir alleinerziehend sind heißt das nicht, dass wir kein gutes Leben leben können.

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Das 5. Jahre alleinerziehend sein

Das vergangene Jahr ist voll von wunderbaren Momenten und Begegnungen und ganz viel Lebensfreude. Dank meiner Öffnung nach Außen habe ich unglaublich tolle Frauen kennen gelernt. Ich habe eindrücklich gemerkt, dass ich mit meiner Sichtweise nicht allein bin und es so viele Alleinerziehende gibt, die sich auch nicht als arm und bemitleidenswert wahrnehmen. Dieser Gruppe hatte es bisher aber an einem Zusammenschluss und Austausch gefehlt.

4 Monate nach dem Start meines Blogs gründete ich daher die Facebook Gruppen Gut alleinerziehend, die in 10 Monaten auf über 1800 Mitglieder angewachsen sind. Sei dabei:
Gut alleinerziehend Gruppe – Nur für Frauen
Gut alleinerziehend Mixed Gruppe – für Papas und Mamas

6 Monate nach dem Blogstart fing ich schon an das Buch „Gut leben als Alleinerziehende“ zu schreiben. Denn meine Blogbeiträge reichten mir einfach nicht mehr, um meine Gedanken, Ideen und Lösungsvorschläge für Alleinerziehende aufbauend festzuhalten.

Buch Gut leben als Alleinerziehende von und mit Silke Wildner
Mein erstes Buch „Gut leben als Alleinerziehende“ mit einer Schritt für Schritt Anleitung in dein selbstbestimmtes und (finanziell sicheres) gutes Leben

Meine Lebenskrise hat sich für mich zu einer Lebenschance entwickelt. Wie das auch bei dir geht, erfährst du im Seminar „Trennung als Chance“, das ich erstmalig (und bisher einmalig) vom 31.1.-2.2.2020 zusammen mit Trennungscoach Christina Rinkl anbiete. Es sind noch Plätze frei. Mehr Informationen zum Seminar findest du hier.

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