Umgangsregelung finden für Vater, Mutter, Kind bei Alleinerziehenden

Umgangsregelung finden für Vater, Mutter, Kind

Trennt sich ein Paar mit Kind, dann kommt früher oder später die Frage nach der Umgangsregelung auf. Gleiches gilt für Eltern, die nie ein Paar waren oder sich noch in der Schwangerschaft der Mutter getrennt haben. Wie machen wir das? Gibt’s da irgendwelche Regeln?




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Wie geht das mit der Umgangsregelung?

Eins vorweg: Es gibt kein Gesetz, das euch auf eine bestimmte zeitliche Umgangsregelung festschreibt. Im Grund könnt ihr das untereinander besprechen und ganz frei handhaben. Es sei denn, ihr habt den Umgang gerichtlich geregelt (das geht auch, mehr dazu weiter unten). Dann kann sogar ein Ordnungsgeld verhängt werden, wenn sich einer von euch nicht an die getroffenen Umgangsvereinbarungen hält.

Was ist die Umgangsregelung überhaupt?

Die Umgangsregelung fußt auf dem Umgangsrecht und ist völlig unabhängig von einem alleinigen oder gemeinsamen Sorgerecht. Mit dem Umgangsrecht soll sichergestellt werden, dass das Kind nach der Trennung mit beiden Elternteilen Kontakt halten kann. Gleiches gilt auch für weitere wichtige Bezugspersonen für das Kind – beispielsweise die Großeltern.

Daher sind beide Eltern im Grunde dazu verpflichtet, entweder den Kontakt zum Kind zu halten oder den Umgang mit dem Kind zu ermöglichen und sich an verabredete Termine zu halten. Soweit in der Theorie. Kommen wir zur Praxis!

Beispiel einer klassischen Umgangsregelung

Eine sehr klassische Umgangsregelung, die man immer wieder antrifft, sieht so aus: Das Kind verbringt jedes 2. Wochenende mit dem anderen Elternteil und zusätzlich einen Nachmittag unter der Woche. Dazu kommt die halbe Ferienzeit des Kindes – also die schulfreien oder kindergartenfreien Tage. In den Sommerferien ist das Schulkind dann 3 Wochen bei Mama und 3 Wochen bei Papa.

Aber es gibt 1001 Möglichkeiten den Umgang zu regeln

An dieser Stelle muss ich kurz einhaken. Es kann nämlich durchaus sein, dass die klassische Regelung aus den unterschiedlichsten Gründen bei euch nicht funktioniert. Daher schiel nicht darauf, wie es andere machen, sondern such deine ganz eigene Lösung, mit der du gut leben kannst.

Wenn ihre selbst keine passende Umgangsregelung findet

Könnt ihr euch als Eltern überhaupt nicht einigen, seid total zerstritten oder habt anderweitige Probleme, die ihr so nicht bewältigen könnt, dann hol Hilfe von außen.

Jugendamt

Das Jugendamt ist eine gute und vor allem kostenfreie erste Anlaufstelle und fungiert als Vermittler und Berater zwischen euch. Hier kannst du auch begleiteten Umgang beantragen oder eine Umgangsvereinbarung schriftlich fixieren. Jedoch kann das Jugendamt nichts unternehmen, wenn keine Gefahr für das Kindswohl vorliegt und das andere Elternteil die Beratung ausschlägt.

Was ist begleiteter Umgang?
Wenn du Angst hast, dein Kind mit dem Ex-Partner alleine zu lassen und das Kindswohl gefährdet siehst, kannst du begleiteten Umgang beantragen.
Bei einem begleiteten Umgang findet das Treffen zwischen Kind und Elternteil nie alleine, sondern immer zusammen mit einem geschulten Umgangsbegleiter statt. Nach spätestens einem halben Jahr soll der Umgang zwischen dem anderen Elternteil und Kind dann alleine stattfinden.

Voraussetzung für den begleiteten Umgang ist die Beauftragung des Jugendamts oder die Anordnung des Familiengerichts. Hier findest du weitere Informationen zum begleiteten Umgang.

Familien- und Erziehungsberatungsstellen

Hier bekommst du ebenfalls Hilfe bei der Regelung des Umgangsrechts. Ich war selbst schon da und habe gute Erfahrungen gemacht.

Familiengericht

Zuletzt bleibt noch das Familiengericht. Aber alles was mit Gericht und Anwälten zu tun hat, ist mit Kosten verbunden und ist nicht gerade nervenschonend. Es verbessert meist auch nicht die Stimmung zwischen euch, daher überlegt gut, ob ihr die Umgangsregelung hier festschreiben lassen wollt. Eine gerichtliche Anordnung ist dann allerdings bindend für beide Seiten.



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Meine persönlichen Erfahrungen bei der Umgangsregelung

Ich kann mich sehr genau erinnern, wie ich erstmals mit der klassischen Variante der Umgangsregelung konfrontiert wurde. Ich war damals noch keine Single Mom, als mir eine alleinerziehende Bekannte erzählte, dass sie jedes zweite Wochenende beruflich viel reist und ihr Ex-Mann sich in der Zeit um den gemeinsamen kleinen Sohn kümmert.

Wow. Da wurde ich direkt neidisch. Ein ganzes Wochenende kindfrei. Davon konnte ich nur träumen, hatte ich doch jede Minute mein Kleinkind am Wickel. Mein Ehemann fühlte sich für unseren Sohn nicht groß zuständig und war beruflich sehr eingespannt (auch am Wochenende).

Die eigene Umgangsregelung finden

Als ich dann plötzlich selbst Alleinerziehende wurde, wollte ich auch endlich mal den Vater in die Betreuungspflicht nehmen. Ich dachte damals, dass läuft jetzt automatisch auf die klassische Regelung hinaus. Machen doch alle so. Denkste!

Ganz im Gegenteil. So sehr ich auch versuchte, feste Regeln aufzustellen und zu besprechen, umso chaotischer wurde der Umgang. Mein Ex-Mann schmiss mit seinen beruflichen Terminen alles über den Haufen und veränderte kurzfristig den verabredeten Zeitraum oder er hatte kein Geld für Benzin.

Aber ich wollte, dass der Kontakt von Vater und Sohn nicht abreißt und ich wollte für meine Baby-Tochter, dass sie eine Bindung zum Vater aufbauen kann.

Wieso klappte das alles nicht?

In meiner Vorstellung sollten wenigstens die Kinder nicht unter der Trennung leiden und ihren Vater behalten. Wenn er mit mir nicht mehr zusammen sein will, dann muss ich damit leben, dachte ich. Aber die Kinder brauchen doch einen Vater.

Das kostete viel Energie. Aber warum wollte ich meine Kinder unbedingt einer Person aufs Auge drücken, die kein Interesse an ihnen hat? Das ist doch keine gute Beziehungsgrundlage.

Und so verglich ich Wunsch und Wirklichkeit miteinander. Ich kam zu dem Schluss, dass einzig MEINE Erwartungen an die Vaterrolle der Grund für meine nimmermüde Hoffnung – und daraus resultierende Enttäuschung – war.

Ein Schritt zurück nach vorne

So besann ich mich auf meine Rolle als Mutter. Ich war für meine Kinder da, mehr konnte ich nicht tun. Statt mich weiter über die Willkür des Kindsvaters zu ärgern, organisierte ich mich einfach anderweitig und sorgte so für meine kinderfreien Zeiten. Ich bedauerte es zwar sehr, dass meine Kinder kaum Zeit mit ihrem Vater verbrachten, aber ich konnte es nicht ändern.

Ich ließ den Dingen ihren Lauf. Ein halbes Jahr Funkstille folgte, und dann kam der Papa von ganz alleine und wollte seine Kinder wieder sehen.

Das heißt jetzt aber nicht, dass ich jedem Besuch einfach sofort zugestimmt habe. Da wir keine feste vereinbart Regelung hatten, ließ ich mir meinen Alltag nicht durcheinander bringen. Wenn schon etwas anderes geplant war, dann blieb es dabei. So habe ich es geschafft, dass wir uns mittlerweile frühzeitig und verlässlich auf Umgangstermine einigen.

Seitdem gibt es zumindest ein Papa-Wochenende im Monat. Dazwischen wird per Video telefoniert, mal ruft er an, mal die Kinder und manchmal kommt der Papa auch an einem Nachmittag vorbei. Eine bessere Umgangsregelung bekomme ich nicht und mehr erzwinge ich nicht. Ich habe meinen Frieden damit gefunden.

Mein Fazit

Überleg dir wirklich gut, ob du für die Umgangsregelung bis ins letzte Gefecht ziehen willst. Eine gerichtliche Auseinandersetzung kostet immer Geld und Energie. Dein Geld und deine Energie. Hinterfrage in dir die Gründe, die dich dazu bewegen. Auch wenn du dich im Recht siehst, ist eine erzwungene Umgangsregelung keine gute Ausgangsbasis für einen zukünftig entspannten Umgang miteinander.

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