Wann bin ich alleinerziehend, Alleinerziehende

Definition alleinerziehend – Ab wann sind wir Alleinerziehende?

Die offizielle Definition für Alleinerziehende

Um offiziell als Alleinerziehende zu gelten und somit an eine der Vergünstigungen wie beispielsweise 2 Extramonate Elterngeld oder die Steuerklasse 2 zu gelangen, gibt es vom Gesetzgeber diese Definition:

  • Du musst alleine mit dem Kind bzw. den Kindern zusammenleben, um alleinerziehend zu sein. Ein weiterer Erwachsener ist aber okay, wenn es sich dabei um dein eigenes erwachsenes Kind handelt, für das du noch Kindergeld erhältst oder einen Kinderfreibetrag hast. Es darf auch nicht älter als 25 Jahre sein (Quelle).
  • Oder du lebst mit deinen Kindern in einer reinen Wohngemeinschaft mit einem anderen oder mehreren Erwachsenen zusammen. Bei den Mieten heutzutage ist das mehr als verständlich.
  • Und bist von beiden Elternteilen derjenige, der das Kind oder die Kinder zum Großteil betreut. Hier heißt es Aufpassen beim Wechselmodell oder Nestmodell. Eine gleichgewichtete Erziehungszeit wird nicht als alleinerziehend gewertet. Das Kind muss überwiegend in deinem Haushalt leben. Von ca. 70 Prozent ist hier die Rede.

Was ist das Wechselmodell?
Beim Wechselmodell wechseln sich die Eltern zu gleichen Stücken bei der Kinderbetreuung ab. Das kann so aussehen, dass das Kind eine Woche beim Papa und eine Woche bei der Mama wohnt. 

Mehr über das Wechselmodell findest du in meinem Blogbeitrag „Wechselmodell: Was dagegen spricht!




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Was ist das Nestmodell?
Beim Nestmodell wechseln sich die Eltern ebenfalls zu gleichen Stücken bei der Kinderbetreuung ab. Die Kinder bleiben aber weiterhin in ihrem Zuhause wohnen und die Eltern ziehen aus. Im Wechsel ist dann jeweils ein Elternteil bei den Kindern. Die Eltern suchen sich also jeweils getrennt eine neue Wohnung oder ein Zimmer für die Zeit, in denen sie nicht bei den Kindern sind.

Wenn man sich als Alleinerziehende fühlt

Selbst wenn man laut Gesetzgebung offiziell nicht als alleinerziehend gilt, so kann es mitunter passieren, dass man sich sehr alleinerziehend fühlt.

Alleinerziehende mit Mann

Bei dieser Form des gefühlten Alleinerziehend-Daseins erfüllt man fast alle Anforderungen für Alleinerziehende. Nur mit dem Unterschied, dass der Partner mit im Haushalt wohnt. Nur ist dieser oft durch Arbeit oder Hobbies verhindert, um gemeinsame Familienzeit zu genießen oder bei der Organisation des Kinder-Alltags zu helfen.

Man geht also alleine mit dem Kind auf den Spielplatz, organisiert die Betreuung am Nachmittag nach Kita oder Schule und regelt alle wichtigen Angelegenheiten des Kindes  – Arztbesuche, Kindergartenanmeldung, Spieletreffs – und der Partner hält sich gerne raus. Er muss ja arbeiten und das Geld verdienen oder sich von der Arbeit erholen. Schon klar. Dennoch finde ich, dass Männer heutzutage mehr in der Familie verankert sein und ihrer Partnerin mehr Familienarbeit abnehmen sollten.

Das muss jetzt nicht bedeuten, dass du irgendwann tatsächlich alleinerziehend wirst. Aber wenn du dich alleine gelassen fühlst, dann spanne deinen Mann stärker ein. Oder genieße gemeinsame Zeit mit ihm alleine. Nur weil du die Mutter bist, bist du nicht automatisch 24 Stunden am Tag für das Kind verantwortlich.

Alleinerziehende mit Männern treffe ich in meinem Freundeskreis sehr häufig an. Sei es, dass die Männer beruflich stark eingespannt sind und auch oft auf Geschäftsreise oder als eher freigewählte Form des Zusammenlebens bei der die Männer der Meinung sind, die Arbeit mit den Kindern ginge sie nichts an oder nur stellvertretend, wenn Mama mal nicht kann. Aber nur weil wir gewisse Dinge besser können, heißt es nicht, dass Männer biologisch dazu nicht in der Lage sind – sie haben es nur einfach zu selten geübt!

Getrennt vom Partner

Bei einer Trennung ist man schon mit einem Bein alleinerziehend, wenn man sich dann dazu entschließt, die Kinder (größtenteils) zu betreuen. Bis die Trennung von Tisch und Bett – wie es so schön heißt – nicht vollzogen ist, sprich der Ex-Partner ausgezogen ist oder man selbst neuen Wohnraum bezogen hat, gilt man vor dem Gesetz nicht als Alleinerziehende und kann weder die beiden Extra-Monate Elterngeld beantragen noch die Steuerklasse 2 bekommen.

Wenn man mit dem neuen Partner zusammenwohnt

Zieht man nach der Trennung direkt zum neuen Lebenspartner mit dem Kind, gilt man offiziell ebenfalls nicht als Alleinerziehende. Durch die neue Paarbeziehung und das Zusammenwohnen ist eine Patchwork-Familie entstanden. Dazu muss man nicht verheiratet sein und es reicht, wenn nur einer der neuen Partner Kinder mit in die Beziehung bringt.

Auch wenn man wie eine Alleinerziehende Umgangszeiten und Unterhaltszahlungen regelt und sich für das eigene Kind im Gegensatz zum neuen Partner stärker ja fast sogar alleinerziehend verantwortlich fühlt, so ist man dennoch keine Ein-Eltern-Familie. In diesem Wort wird es besonders deutlich, worin der Unterschied besteht.

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