Wie Alleinerziehende mehr Geld verdienen

Alleinerziehend mehr Geld verdienen

Wie kann ich mehr Geld verdienen?

Glaubt man der Berichterstattung in den Medien über Alleinerziehende, dann können wir aus eigener Kraft nur schlecht mehr Geld verdienen. Das mag in vielen Fällen auch so stimmen, wenn man als einzige Betrachtungsbasis eine Vollzeitbeschäftigung im klassischen Angestelltenverhältnis zugrunde legt.

Diese Form des Geldverdienens stellt ganz besonders alleinerziehende Frauen vor große Schwierigkeiten, da durch Schwangerschaft(en) und Kinderbetreuung oftmals keine durchgängige Vollzeitbeschäftigung möglich ist. Auch der Gender Pay Gap in Deutschland trägt dazu bei, dass Frauen weniger verdienen. Was ist der Gender Pay Gap? Die tagesschau klärt auf.

Mit der Rente ist heute kein Stich mehr zu machen 

„Die Rente ist sicher“ sagte einst der Arbeitsminister Norbert Blüm in meiner Kindheit und obwohl die Rente schon oft totgesagt wurde, es gibt sie noch und meine eigenen Eltern kommen derzeit ganz gut damit aus. Und das obwohl meine Mutter selbst Alleinerziehende war und sehr viele Jahre nicht oder nur geringfügig beschäftigt war.



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Da fühlt man sich doch direkt selbst abgesichert. Wird schon schiefgehen – so viele Jahre bis zur eigenen Rente sind es ja nicht mehr. Aber Achtung: Der Schein trügt! Die Rente ist heute keineswegs sicher. Wie es nach dem Jahr 2025 überhaupt weiter geht, steht aktuell noch in den Sternen. Vielleicht müssen wir mit 70 Jahren noch arbeiten, um eine Rente zu bekommen und oder sogar bis 80 Jahre. Der demografische Wandel macht der Rentenkasse zu schaffen, so kommen auf immer mehr Rentner immer weniger Beitragszahler (siehe Wirtschaftswoche).

Wie hoch deinen Rente vermutlich wird und wie du noch Altersvorsorge betreiben kannst, steht im Blogbeitrag „Altersvorsorge und Rente kurz erklärt„.

Lebensziel Altersarmut?

Das hört sich bis jetzt alles ziemlich düster an. Wie kommen wir aus diesem Dilemma wieder raus und lande nicht in der Altersarmut? Aber bevor es besser wird, hier noch einmal starker Tobak:

Das Risiko der Altersarmut betrifft nicht nur die alleinerziehenden Frauen, sondern alle Frauen.

Die Finanzbloggerin Natascha Wegelin schreibt in ihrem Blog Madame Moneypenny, dass Hochrechnungen zufolge bei bis zu 75 Prozent der heute 35- bis 50-jährigen Frauen die gesetzliche Rente unter dem jetzigen Hartz-IV-Niveau liegen wird. Falls es überhaupt noch eine gesetzliche Rente gibt, wenn wir in dieses Alter kommen! Selbst durchgängig Vollzeit arbeitende Frauen ohne Babypause kann das betreffen, wenn sie kein hohes Einkommen erzielen konnten oder nicht durch andere Einkünfte mehr Geld verdienen. Und das ist ja in vielen „weiblichen“ Berufen wie Arzthelferin, Assistentin oder Erzieherin der Fall oder gar in den reinen Aushilfsjobs.

5 Tipps wie du mehr Geld im Job verdienen kannst, findest du hier.

Ein wunderbarer Fernsehbeitrag ist hierzu ist die Dokumentation „Frauen in der Rentenfalle“ von NDR Doku, 45 Minuten

Alleinerziehende vs. Verheiratete

Jetzt kommt schon mal die erste gute Nachricht, auch wenn sie sich erstmal nicht so anhört: Gut, dass du alleinerziehend bist! Denn als Alleinerziehende weißt du ziemlich gut über deine Finanzen Bescheid. Es gibt keinen Partner mehr auf den du dich in Finanzdingen verlassen kannst. Manche Partner sind übrigens statt einer Finanzhilfe sogar eher schwarze Finanzlöcher. Bei mir war das der Fall und ich bin froh jetzt nicht mehr offene Rechnungen für ihn begleichen zu müssen. Sondern ganz genau zu wissen, wofür ich mein Geld ausgebe.

Du kennst als Alleinerziehende alle deine Einnahmen und hoffentlich auch deine Ausgaben. Wenn nicht, dann verschaff dir mit einem Haushaltsbuch einen Überblick. Im Internet gibt es kostenlose Haushaltsbücher zum Runterladen oder ganz klassisch eins aus Papier benutzen.

Ein weiterer Vorteil, den du als Alleinerziehende hast: Mit dem Wissen, dass es finanziell eng ist oder im Alter wird, bist du vielen Verheirateten einen großen Schritt voraus. Denn ob die Ehefrau auch in den nächsten Jahren noch verheiratet bleibt, das steht in den Sternen. Schließlich werden in Deutschland immer mehr Ehen geschieden. Außerdem überlassen viele Frauen die Finanzen ihrem Mann und haben keinen Überblick über ihre eigene Lage.

Und so kann es passieren, dass die heute noch treusorgende Verheiratete, die sich mit ihrem Mann darauf geeinigt hat, für die Kinder daheim zu bleiben oder beruflich kürzer zu treten, in ein paar Jahren dann selbst als Alleinerziehende oder Geschiedene da steht. Durch die Teilzeitarbeit oder Erwerbslosigkeit ist ihr ein finanzielles Loch entstanden, das sie bis zum Rentenalter nicht mehr stopfen kann, weil ihr einfach zu wenige Jahre bis dahin zur Verfügung stehen.

Wem nutzt das Ehegattensplitting?

Sein wir mal ganz ehrlich: Was ist denn das für ein System, bei dem es durch das Ehegattensplitting staatlich auch noch belohnt wird, dass einer der Ehepartner wenig und der andere viel verdient? Meist landen ja die Frauen in der Steuerklasse 5 und werden so Monat für Monat um ihr eigenes, weniges Geld betrogen. Mehr Geld verdienen? In Steuerklasse 5 erscheint das oft sinnlos, weil das wenige Geld keine Belohnungsinstinkte in uns auslösen, sondern eher die Lohnarbeit vermiesen.

Natürlich muss niemand zwingend in die Steuerklasse 5, sondern kann sich mit dem Partner auch auf Steuerklasse 4 gemeinsam einigen, auch wenn es große Gehaltsunterschiede gibt. Aber oft denkt Frau da gar nicht so genau über ihre eigene finanzielle Lage nach, da man sich in der Ehe gut abgesichert fühlt und die Zahlen scheinbar für sich sprechen. Ist nur die Frage, für wen sie sprechen. In diesem Fall für ein besseren monatlichen Nettolohn des Ehemannes. An einen finanziellen Ausgleich innerhalb der Familie wird selten gedacht und die Steuerrückzahlung (wenn es denn eine gibt) wird für gemeinsame Projekte wie Kredittilgung nach Hauskauf oder einen Urlaub investiert. Und futsch ist das Geld!

Eine Freundin von mir hat die Steuerklasse 5 und kommt mit ihrem Pflegeberuf gehaltsmäßig bei weitem nicht an den Verdienst ihres Ehemanns heran, der sich eine goldene Nase in der Bank verdient. Er hat Steuerklasse 3. Als das gemeinsame Auto kaputt ging, hat er ganz gönnerhaft ein neues gekauft mit den Worten: „Da hab ich dir aber ein schönes Auto gekauft“. Ihre Antwort darauf: „Und ich mache dir jeden Monat den Gehaltszettel schön!“

Was genau die Steuerklassen in Bezug auf das Nettogehalt ausmachen, sieht man an diesem Beispiel mit einem Bruttogehalt von 3.000 Euro monatlich (ohne Kirchensteuer und ohne Gewähr):

  • Steuerklasse 1: 1.934,82 Euro Nettolohn
  • Steuerklasse 2: 1.985,46 Euro Nettolohn
  • Steuerklasse 3: 2.196,86 Euro Nettolohn
  • Steuerklasse 5: 1.598,01 Euro Nettolohn

Tja, hier zeigt sich dann direkt, dass die Steuerklasse 5, die nur für Verheiratete gilt – also Ehesplittingkandidaten, ein ziemlich schlechtes Los ist. Fast 600 Euro weniger Netto im Vergleich zur Steuerklasse 3 und das bei gleichem Bruttogehalt! Das ist übel, aber leider die Realität für viele Verheiratete. Oft zahlen Frauen dann sogar noch die Hälfte der Lebensausgaben und das obwohl sie weniger Nettolohn zur Verfügung haben. Und hier zeigt sich ein ganz grundlegendes Problem:

Ehefrauen bleibt meist viel zu wenig Geld für einen adäquaten Vermögensaufbau übrig, der das Rentenalter sicher abdeckt. 

Selbst wenn die Frauen ihr Geld selbst verwalten. Und ist die Trennung erstmal da, ist frau durch die aktuelle Rechtsprechung in Deutschland wirtschaftlich gekniffen. Plötzlich soll sie wirtschaftlich für sich selbst verantwortlich sein oder schnellstmöglich wieder mehr Geld verdienen, während in der Ehe das Gegenteil gefördert wurde. Kann man nur hoffen, dass der Ex-Mann bis dato nicht alle Vermögenswerte schon zur Seite geschafft hat.

Eine Lösung könnte die Abschaffung des Ehegattensplittings sein. In Schweden ist das schon in den 1970er Jahren geschehen. Seitdem werden Verheiratete und Unverheiratete individuell besteuert und nicht als Doppelpack. Dadurch ist es für Frauen viel attraktiver geworden erwerbstätig zu sein, ihren Beruf auszuüben und wieder mehr Geld zu verdienen.

Mehr Geld verdienen als Alleinerziehende

Kommen wir zum eigentlichen Kern dieses Artikels. Ich musste jetzt ein bisschen ausholen, um dir die Illusion zu nehmen, dass du mit dem Aufstocken deiner Angestelltentätigkeit langfristig auf einen grünen Zweig kommen wirst. Du kommst mit mehr Arbeitszeit vielleicht finanziell besser über die Runden, aber im Alter sieht es – wie oben beschrieben – mit der Rente ziemlich mau aus, wenn wir nicht auch das Gehalt nach oben schrauben. Und wie kannst du mehr Arbeitszeit mit deinem Alltag als Alleinerziehende vereinbaren und mehr Geld verdienen? Wird das dann nicht alles zeitlich sehr eng und stressig im Familiengefüge? Und was ist, wenn du deinen Arbeitsplatz verlierst?

3 Säulen für eine berufliche und finanzielle Absicherung

Besser man stellt die Geldquellen breiter auf, um abgesichert zu sein, wenn ein Standbein wegfällt. Das kann ganz klassisch über eine Berufsunfähigkeitsversicherung geschehen oder aber durch Diversifikation. Das bedeutet, dass du dich nicht von einer einzigen Einnahmequelle abhängig machst (und erpressbar wirst, wenn es zum Beispiel um Lohnkürzungen geht oder unbezahlte Mehrarbeit) und dein Arbeitspotential aufteilst.

Ein gutes Beispiel für berufliche Diversifikation ist die Aufteilung der Arbeitszeit in 2 aktive Säulen:

  • Festanstellung: z.B. 3 Tage oder halbe Tage die Woche
  • Selbständige Arbeit: z.B. 2 Tage oder halbe Tage die Woche

Darüber hinaus ist es prima noch eine 3. Säule zu haben:

  • Passives Einkommen: Geld verdienen ohne direkt Zeit einzutauschen

Der geschickte Trick mit dem passiven Einkommen

Beim passiven Einkommen geht es darum, Geld zu verdienen ohne direkt Zeit dagegen einzutauschen. Das kann beispielsweise durch Zinsen auf dein Guthaben sein (aber bei der Nullzinspolitik ist da gerade nicht viel zu holen) oder Dividenden auf deine Aktien oder Mieteinkünfte aus Immobilien. Dabei bekommst du Geld ohne direkt deine Zeit dagegenzusetzen. Die Voraussetzung hierfür ist, dass du Geld übrig hast, dass du investieren kannst (oder schon im Besitz von Mietobjekten bist). Daher ist Sparen und die Ausgaben im Griff haben eine sehr wichtige Grundlage für den Vermögensaufbau.

Passives Einkommen lässt sich auch aus der selbständigen Arbeit erwirtschaften. Statt jetzt beispielsweise die selbständige Zeit dazu zu nutzen Mützen für Etsy zu stricken und diese über deinen eigenen Shop dort zu verkaufen – also wieder Zeit gegen Geld einzutauschen – kannst du beispielsweise ein Buch schreiben, dass du dann im Internet verkaufst. Du steckst nur einmal Zeit in dein Buch und es wird danach unabhängig von deiner Arbeitszeit gekauft. Selbst wenn du krank bist, bekommst du weiterhin Geld aus dem Buchverkauf. Du hast also ein System erschaffen, dass Einkünfte unabhängig von deiner Zeit macht. Weitere gute Beispiele für passives Einkommen findest du hier. Oder in meinem Blogbeitrag „Putzhilfe für Mutter mit Kind gesucht„.

Ran an den Speck

Das passive Einkommen ist eine große Macht, die, ist sie erst einmal verstanden und für sich selbst genutzt, immer stärker wird. Besonders für Alleinerziehende ist dies eine große Chance eine finanzielle Absicherung hinzubekommen, ohne sich zeitlich noch mehr Beine ausreißen zu müssen. Sonst schlägt am Ende der ganze Stress noch auf die eigene Gesundheit und die Kinder und man selbst kommen zu kurz.

Das hört sich jetzt alles irgendwie utopisch an? Ist es aber nicht. Damit du dich weiter mit dem so wichtigen Finanz-Thema beschäftigen kannst, möchte ich dir zwei Blogs empfehlen, die von Frauen geschrieben werden. Bei beiden geht es um das Thema Geld und die finanzelle Absicherung von Frauen:

Für alle, die lieber ein Buch in die Hand nehmen:
Madame Moneypenny: Wie Frauen ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen können*

Lass dich von beiden Frauen inspirieren und dann pack es an! Es ist besser mal einen Tag über Geld nachzudenken, als ein ganzes Jahr in einem Hamsterrad zu arbeiten!

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