Wie wirkt sich das Mindset auf unser Denken aus?

Das richtige Mindset für ein gutes Leben

Jeder kennt das, diese Tage an denen nichts klappt und du dich ständig über dich selbst ärgerst. Erst fällt deine Lieblings-Kaffeetasse runter, dann bekommst du Ärger mit deinem Chef und abends ruft noch die Klassenlehrerin von deinem Sohn an.

Wie gehst du mit diesen schlechten Tagen um?

Möchtest du dich jetzt am liebsten für alle Zeit verkriechen und erst wieder rauskommen, wenn kein Unheil mehr geschehen kann? Tobt in deinem Kopf ein kleines Teufelchen und sagt dir, dass du an allem Schuld bist. Dass das typisch für dich ist und du nix richtig machen kannst? Oder klopfst du dir innerlich aufmunternd auf die Schulter, beendest diesen Tag und denkst, dass es morgen schon besser werden wird? Vielleicht solltest du einfach früher aufstehen, damit es beim Frühstücken nicht wieder so hektisch wird.




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Dein Mindset bestimmt wie du dich verhältst

Glaubst du nicht? Doch das ist so. Auch wenn wir uns für unser Handeln komplett selbstverantwortlich fühlen und meinen frei bestimmen zu können, so passiert das doch immer in Abhängigkeit zu unserem Mindset.

Was ist ein Mindset?

Dein Mindset ist deine Lebenseinstellung und deine Haltung bestimmten Dingen oder Personen gegenüber. Praktisch übersetzt, die Einstellung, die dein Kopf als Standard gesetzt hat und nach der dann (unbewusst) Entscheidungen getroffen werden.

Die Motivationspsychologin Carol Dweck hat während ihrer Forschung zwei Formen der Mindsets herausgearbeitet:

Negative Lebenseinstellung mit dem Fixed Mindset
So denkt das Fixed Mindset.

Typ 1 – Ich habe ein Fixed Mindset

Menschen mit einer starren und unflexiblen Lebenseinstellung denken immer nur in festen Kategorien. Man könnte es auch Schubladendenken nennen. Ist eine Schublade erst einmal ausgesucht, wird diese nicht mehr verändert: Susanne ist schön, ich bin ein guter Läufer und Alleinerziehende sind arm. Fertig. Ab jetzt ist dieser Status Quo Dreh- und Angelpunkt, er wird verteidigt und kann nicht mehr verändert werden. Denn Veränderungen können ja auch eine Verschlechterung bedeuten und dieses Risiko gilt es zu vermeiden. Ohne Veränderungen gibt es aber auch keinen Platz für Verbesserungen. Und weil ich ja den Ruf eines guten Läufers habe, nehme ich keine neue Herausforderung mehr an. Denn ich könnte ja versagen und dann bin ich ein Verlierer. Ich gehe also lieber kein Risiko ein, denn es könnte sich ja was verändern.

Typisches Verhalten für ein starres Mindset:

  • Man beurteilt und veruteilt sich schnell selbst.
  • Man sucht die Schuld bei anderen.
  • Risiko wird weitesgehend vermieden, ebenso wie Veränderungen.
  • Man hält an dem fest, was man hat. Auch wenn es nicht gut ist.
Positive Lebenseinstellung mit dem Growth Mindset
Das Growth Mindset in seiner Denkweise

Typ 2 – Ich habe ein Growth Mindset

Ein Growth Mindset steht für eine wachstumsorientierte, flexible Lebenseinstellung. Es gibt keinen Status Quo, der unverrückbar ist. Alles ist im Flow und verändert sich, und auch ich selbst kann lernen und mich stets verbessern. Wenn ich etwas noch nicht kann, dann verurteile ich mich nicht dafür, sondern ich eigne mir das Wissen und Können nach und nach an. Menschen mit diesem Mindset denken lösungsorientiert und nicht statusorientiert.

Typisches Verhalten für ein Growth Mindset:

  • Sich nicht selbst be- und verurteilen.
  • Dinge nicht als gegeben akzeptieren, sondern aktiv an einer Verbesserung arbeiten. 
  • Sich gegen Begrenzungen entscheiden und neue Möglichkeiten in Betracht ziehen.

Wie sieht dein Mindset aus?

Gehen wir nochmal zur Ausgangssituation zurück. Der Tag war ja echt nicht gut. Wie gehst du damit um? Trinkst du morgen keinen Kaffee mehr, weil die Tasse umkippen könnte oder meldest du dich gar krank, um deinen doofen Chef nicht zu sehen.

Oder denkst du dir, morgen ist ein neuer Tag. Das wird schon alles wieder. Und mein Chef hatte bestimmt auch nur einen schlechten Tag. Ich werde morgen mit ihm unter vier Augen reden und die Sache besprechen. Dadurch kann ich bestimmt lernen, es das nächste Mal besser zu machen.

Na, wie steht es um dein Mindset? Das erste Beispiel zeigt das Fixed Mindset und das zweite Gedankenbeispiel ist das Growth Mindset. Du erkennst an, dass es nicht so rund lief und überlegst, wie du es besser machen kannst, statt alles von dir zu weisen und dich noch mehr einzuigeln.


Mehr darüber findest du in Carol Dwecks Buch Selbstbild: Wie unser Denken Erfolge oder Niederlagen bewirkt*

Der dringende Reset am Mindset

Wenn du jetzt eher der Fixed Mindset Typ bist, dann wird dir das Alleinerziehenden-Leben bestimmt ganz schön schwer fallen. Täglich platzen neue Herausforderungen ins Leben, nichts ist mehr wie es war und alles verändert sich für dich gefühlt zum Schlechten. Da ist die Neuorientierung nach der Trennung, der Ärger mit dem Ex-Partner oder das fehlende Geld.

Du kannst dich jetzt täglich über die Missstände in deinem Leben, oder noch größer aufgehängt, in Politik und Gesellschaft beklagen und dass dir keiner hilft oder du versuchst mit diesen neuen Herausforderungen gut umzugehen ohne dir durch eine negative innere Stimme dauernd selbst ein Bein zu stellen.

In meinem Blogbeitrag „Selbstbestimmung: Schritt für Schritt zurück ins Lebensglück“ erfährst du, wie du dir ein neues, besseres Lebens-Drehbuch schreibst.

Meine unheimliche Begegnung mit dem Fixed Mindset

Und während dieser Blogbeitrag noch in den Kinderschuhen steckte und ich mich selbst fragte, warum es in meinem Bekanntenkreis Alleinerziehende gibt, die an dieser Lebensform wachsen und Gutes darin finden, während andere sich immer tiefer in ihrem Elend verstricken und auch Gesundheitlich Probleme bekommen, wurde ich direkt mit dem Fixed Mindset konfrontiert:

Auslöser dafür war ein kleiner Shitstorm, den ich über Twitter abbekam, weil ich in meinen „10 Tricks für den Alleinerziehenden-Haushalt“ doch tatsächlich eine Putzhilfe anpries. Mir wurde direkt nach Erscheinen meines Tweets, an den Kopf geworfen, dass ich aufgrund der statistisch hohen Armutslage bei Alleinerziehenden im Grunde nicht mehr alle Tassen im Schrank habe, so einen Tipp überhaupt in den Raum zu stellen. Ein Tweet unterstellte mir sogar, dass ich damit alle Alleinerziehenden verhöhne. Alleinerziehende Hartz4-Empfänger suhlten sich geradezu in ihrem Fiasko und beklatschten sich noch gegenseitig. Und so wurde ich kurzerhand zur kapitalistischen Lifestyle-Tussi befördert, die ihre Putzhilfe bitte schön weit über alle Maßstäbe bezahlen soll, damit sich diese Arbeit auch lohnt. Und rein in die Schublade. Mit einer richtig echten Alleinerziehenden hätte ich ja wohl so gar nichts gemeinsam.

Warum? Weil ich es gewagt habe einen Status quo in Frage zu stellen. Der Status quo bei Alleinerziehenden ist die Armut und die fehlende Hilfe. Daran gibt es scheinbar nichts zu rütteln, das ist in den Köpfen so drinnen und auch die Presse untermauert diese Festung täglich aufs Neue.

Viele Alleinerziehende gehen dadurch vor die Hunde!

Wer sich selbst in die Schublade „Alleinerziehend“ gesteckt hat, für den gibt es kein Halten und kein Entrinnen mehr. Der Selbstwert sinkt ins Bodenlose, die Arbeit türmt sich auf und wird gar nicht oder schlecht bezahlt, und für einen selbst bleibt kaum mehr Luft zum Atmen. Aber dennoch wird an dieser Schublade festgehalten und keine Lösungen für positive Veränderungen gesucht.

Und noch etwas sehr Erschreckendes hat mir der kleine Twitter-Shitstorm gezeigt: Unter Alleinerziehenden scheint es eine Art Downgrading zu geben. Das absolute Gegenteil von Upgrading, denn es wird darum gewetteifert, wem es noch schlechter geht. Eine Frau schrieb sogar allen Ernstes, dass für sie wahre Alleinerziehende nur solche sind, die überhaupt keine Unterstützung von anderen bekommen. Ja, da bleibt mir nur zu wünschen, dass dieser erste Platz auf dem Märtyrer-Treppchen wenigstens für ein kleines Lächeln sorgt. Damit es danach wieder aufwärts gehen kann.

Jeder kann sich ein Growth Mindset zulegen

Jetzt kommt die gute Nachricht: Jetzt wo du den Einfluss der beiden Mindset-Typen für dich erkannt hast, kannst du durch tägliches Üben in das Growth Mindset hineinwachsen. Das geht, Veränderungen im Mindset sind bewusst steuerbar, alleine durch deine Gedanken.

Also wenn du das nächste Mal wieder innerlich auf dir rumhackst oder du dich nicht traust dir eine besser Arbeitsstelle zu suchen, weil das ja ein Risiko sein kann, dann halte kurz inne, werde dir dieser Gedanken bewusst und formuliere sie neu. Aus einem „Nur nichts falsch machen!“ wird dann ein „Ich schaffe das schon!“ – „Ich kann das lernen!“

Versuche negativen Gedanken nicht mehr so viel Raum zu geben. Wenn sie auftauchen, häng sie gedanklich an einen Luftballon und lass sie weiterziehen. Nur so kannst du auf Dauer die Mindset-Einstellung in deinem Kopf verändern. Und du wirst sehen, mit Übung wird es besser werden. Aber von alleine wird sich da nichts ändern.

Und da waren sie – wie Sonnenstrahlen im Gewittersturm

Und während diese übellaunigen Tweets so auf meinem Display erschienen, waren sie plötzlich da – Alleinerziehende Frauen mit einem Growth Mindset. Ihre Nachrichten zu lesen, fühlte sich an wie Sonnenstrahlen mitten im Gewittersturm. Es gibt sie die Alleinerziehenden, die ihr Leben gut aufgestellt haben und nicht daran verzweifeln. Ich las Nachrichten von Frauen, die sich über meine Tipps und guten Ideen freuen. Alleinerziehende mit Putzhilfen meldeten sich zu Wort und fanden da überhaupt nichts verwerflich dran. Schließlich müsse man auch an sich selbst denken und zur Not einfach an anderer Stelle das Geld einsparen oder mehr verdienen.

Eine schrieb, dass sie dieses Bashing (deutsch: herabsetzende Kritik) gar nicht leiden kann, weil es unter den Alleinerziehenden wie überall in der Welt nicht nur Schwarz oder Weiß gibt, sondern auch eine unglaubliche Menge an Vielfalt. Und das jede Lebensform seinen Respekt verdient!

Mit diesen Worten möchte ich abschließen. Es liegt an dir ein gutes Leben auch alleinerziehend zu führen oder dich davon erdrücken zu lassen. Die Entscheidung liegt ganz bei dir und nicht bei den anderen. Du schaffst das, wenn du das möchtest.

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