fbpx
Umgangsrecht in Deutschland - Infos im Überblick

Umgangsrecht in Deutschland – Wichtige Infos im Überblick

Diese Woche freue ich mich über einen Gastbeitrag der Familienrechtsinfo.de auf meinem Blog. In der Facebook Gruppe Gut alleinerziehend hatte ich vor kurzem gefragt, welches Thema einmal rechtlich beleuchtet werden soll. Die Mehrzahl von euch wünschte sich das Umgangsrecht. Here we go!

Anzeige

Was ist das Umgangsrecht?

Das Umgangsrecht in Deutschland regelt den Anspruch auf Umgang eines minderjährigen Kindes mit Eltern, Verwandten und auch Dritten. Dabei gilt das Umgangsrecht beiderseits und stellt auch ein Recht der Eltern und Verwandten mit dem Kind dar.

Deshalb steht das Umgangsrecht auch einem Elternteil nach der Trennung zu, der z.B. nach strittiger Scheidung kein Sorgerecht für das Kind hat. Ein Umgangsrecht befugt den Betreffenden, regelmäßige persönliche Begegnungen mit dem Kind zu haben, sowie auch Kontakt per Telefon, Brief oder E-Mail zu pflegen.

Wichtige Informationen zum Umgangsrecht in Deutschland
Das Umgangsrecht wirft bei getrennten Eltern immer wieder Fragen auf. Was ist gesetzlich geregelt und was nicht?

Wer hat ein Umgangsrecht?

Ein Kind hat ein Umgangsrecht mit beiden Elternteilen. Dies gilt auch, wenn z.B. eine Mutter alleinerziehend mit Kleinkind oder alleinerziehend mit 2 Kindern ist. Dabei hat jeder Elternteil das Recht und die Pflicht zu einem Umgang mit dem Kind.

Deshalb kann ein Elternteil auch von einem Familiengericht verpflichtet werden, Umgang mit dem Kind zu pflegen, wenn es dem Kindeswohl dient. Ein Elternteil kann deshalb nicht das Umgangsrecht verweigern, wird es ihm verweigert, kann er ein Umgangsrecht einklagen.

Zusätzlich haben folgende Personen ein Umgangsrecht mit dem Kind:

  • Seine Großeltern
  • Seine Geschwister 
  • Weitere enge Bezugspersonen des Kindes, wenn sie für ein Kind tatsächliche Verantwortung tragen oder getragen haben. Dabei ist dies i.d.R. anzunehmen, wenn sie mit dem Kind längere Zeit in einer häuslichen Gemeinschaft gelebt haben.

Weiteren Personen steht meist kein eigenes Umgangsrecht zu. Jedoch kann es auch dem Kindeswohl dienen, wenn es Umgang mit anderen Personen hat. Deshalb müssen Eltern den Umgang mit diesen Personen möglich machen und fördern. 

Umgangsrecht – Wie lange kann es beansprucht werden? 

§ 1684 BGB benennt das Umgangsrecht ausdrücklich, jedoch gibt es keine ausdrückliche Regelung, wann, wie oft und lange dieses ausgeübt werden kann. Deshalb ist es Aufgabe der Eltern, eine angemessene Umgangsregelung zu finden für Vater, Mutter, Kind. Für den Fall, dass dies nicht möglich ist, kann ein Familiengericht entscheiden. 

Anzeige

Besuche und Übernachtungen

Wichtig für eine Vereinbarung beim Umgangsrecht ist immer, dass sie dem Kindeswohl dient. Dabei sind sowohl Alter und Belastbarkeit des Kindes als auch die Bindungsstärke zur umgangsberechtigten Person und die Distanz der Wohnorte zu berücksichtigen. 

Deshalb sollten für ein angemessenes Umgangsrecht bei einem Baby oder Kleinkind die Besuche beim umgangsberechtigten Elternteil kürzer, jedoch dafür aber häufiger sein. Feste Umgangsregelungen sind flexiblen vorzuziehen, da gerade kleine Kinder klare Strukturen brauchen.

Außerdem ist auch im Einzelfall zu entscheiden, ob und wie oft ein Kind beim umgangsberechtigten Elternteil übernachten darf. Auch Kleinkinder können nach dem Umgangsrecht des Vaters schon bei diesem Übernachten, wenn der Kontakt eng und vertrauensvoll ist. 

Terminverschiebungen bei Umgangsregelungen

Können vereinbarte Besuchstermine nicht wahrgenommen werden, weil ein Kind krank ist oder mit dem Elternteil in den Urlaub fährt, sollten Eltern rechtzeitig regeln, wann und wie die ausgefallenen Termine nachgeholt werden.

Dabei sollte dies natürlich so gestaltet werden, dass es dem Kindeswohl nicht entgegensteht und das Kind überfordert ist. Zum Beispiel sollten nicht mehrere ausgefallene Termine in einer Woche nachgeholt werden. 

Umgangsrecht: Feiertage und Ferien

In den Ferien gilt, dass ein umgangsberechtigter Elternteil Anspruch darauf hat, sowohl Feiertage als auch einen gemeinsamen Urlaub mit seinem Kind zu verbringen. Er darf also allein reisen mit Kind. Auch dies sollten die Eltern individuell vereinbaren. So können beispielsweise die Weihnachtsfeiertage geteilt werden.

Außerdem kann ein umgangsberechtigter Elternteil ein gemeinsames Urlaubsziel mit seinem Kind selbst bestimmen, auch wenn er kein Sorgerecht hat. Jedoch muss die Wahl des Urlaubsziels und die Art des Urlaubs dabei dem Kind entsprechen und vorab mit dem sorgeberechtigten Elternteil vereinbart worden sein. 

logo_familienrechtsinfo_de

Lieben Dank für diesen informativen Gastbeitrag an die Beitragsverfasserin der Familienrechtsinfo.de 🙂

Es gibt also einen gesetzlichen Rahmen zum Umgangsrecht, aber die Ausgestaltung ist euch als Eltern selbst überlassen. Daher wirst du auch zukünftig nicht um Gespräche mit dem Ex-Partner drum herum kommen. Wie die Kommunikation mit dem Ex gut werden kann, das erfährst du hier.

Komm in die Facebook Gruppe

Wenn du dich jetzt mit anderen Alleinerziehenden über das Umgangsrecht und seine Anwendung austauschen möchtest, dann komm in diese geschlossenen Facebook Gruppen:
Gut alleinerziehend Gruppe – Nur für Frauen
Gut alleinerziehend Mixed Gruppe – für Papas und Mamas

Teile diesen Beitrag, wenn er dir gefallen hat

2 Kommentare zu “Umgangsrecht in Deutschland – Wichtige Infos im Überblick

  1. Dankeschön für diesen informativen und gut formulierten Text.
    Da waren Aspekte dabei, die mir zuvor nicht so klar waren.

    Im Streitfall entscheidet das Familiengericht, das stimmt.
    Leider sind dessen Entscheidungen zum Teil sehr kontrovers, sodass man sich auf die genannten Punkte auch nicht wirklich verlassen kann.

    • Silke Wildner

      Liebe Conni, vielen Dank für deinen Kommentar. Du hast recht: Das Familiengericht entscheidet im Einzelfall und der Familienrichter bestimmt den Ausgang. Was beim einen Richter so entschieden wurde, würde ein anderer Richter anders entscheiden. Gerade weil der Gesetzestext so „schwammig“ formuliert ist, ist der Interpretationsspielraum für den Richter groß.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.