Warum es auch Alleinerziehenden gut tut, anderen zu helfen

Warum es so gut tut, anderen zu helfen

„Wie bitte was?!“ wird sich die eine oder der andere Alleinerziehende jetzt denken. Ich habe doch schon genug an der Backe, wieso soll ich da jetzt noch anderen helfen…?

Ein gutes Gefühl, wenn man helfen kann

Ja, unbedingt! Denn es ist einfach so, wer anderen hilft, fühlt sich gut. Und wer sich die Chance entgehen lässt zu helfen, der bringt sich selbst um einen großen Glückskeks im eigenen Kopf. Denn durch das Helfen, aktiviert sich das Belohnungszentrum im Gehirn.

Ein Glücks-Spiel mit 100% Gewinngarantie: Wer anderen hilft, wird selbst belohnt!

Und das hat mehrere Gründe. Schon alleine die Entscheidung, helfen zu wollen ist ein selbstgewählter Schritt, der uns mit positiver Energie auflädt. Im Umkehrschluss werden Sorgen und Ängste direkt erst einmal abgemildert. Super-Power an und los! Denn es erwartet uns noch so viel mehr:

Bonusrunden fürs Helfen: Positives Selbstwertgefühl, Anerkennung und Dank

Mit der Entscheidung helfen zu wollen, ist das Glücks-Spiel dann auch schon direkt gestartet. Und weil wir nicht zum Selbstzweck aktiv werden, sondern für jemand anderen, entsteht eine echte Win-Win-Situation (= 2 Gewinner, keinen Verlierer!).




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Ich persönlich freue mich, wenn ich helfen kann und die benötigte Hilfe mir leicht von der Hand geht. Dadurch fühle ich mich als vollständiger, tatkräftiger Mensch, der etwas beitragen kann und dessen Hilfe gebraucht wird. Es ist eine selbstbestimmte Tat, die mich aus den täglichen Routinen herausholt. Für einen Moment bin ich dann wieder ich selbst und alles ist gut so. Und mit einem einfachen und aufrichtigen „Danke“ ist das Level abgeschlossen, aber das Wohlgefühl bleibt noch eine kleine Weile.

Spielverderber: Handicap „Alleinerziehend“

Aber manchmal treffe ich auf schwierige Endgegner, die meine Hilfe ablehnen. Hierzu eine kleine Geschichte: Vor kurzem musste unser Kindergarten in eine Notunterkunft umsiedeln und die Eltern sollten sich aufgrund der schlechten Parkplatzsituation zu Fahrgemeinschaften zusammenschließen. Für mich kein Problem, da ich ein Auto habe und auch mehrere Autositze. Welches Kind kann ich mitnehmen?

„Ja aber du bist doch Alleinerziehende und hast genug andere Probleme. Wir nehmen dein Kind gerne mit, aber du musst wirklich nicht helfen.“

Wie jetzt? Ich darf nicht helfen, obwohl ich es kann und möchte. Eine kurze Sprachlosigkeit in meinem Gehirn folgte. Damit hatte ich nicht gerechnet. Da war sie wieder die Schublade, der Stempel oder auch die freundliche Diskriminierung und Reduzierung auf einen kleinen Teil von mir. Am schlimmsten ist aber, dass die Ablehnung nicht böse gemeint war, sondern gut!

 „Kamfu mir helfen?“ Kinderbuch*

Da stand ich nun, geschrumpft auf ein kleines Häufchen Person. Unsicher, ob das Revidieren der vorgetragenen Meinung was bringt.

Es ist okay, wenn ich nicht zum Umzug helfen gefragt werde, wenn ich zum Beispiel einen Bandscheibenvorfall habe. Aber wieso sollte ich als durchschnittlich gesunder Mensch nicht in der Lage sein, Auto zu fahren? Nur weil ich alleinerziehend bin?!?

Alleinerziehende können so viel mehr – nicht nur nehmen

Wieso wird meine Hilfe ausgeschlagen, habe ich mich gefragt? Wieso passiert das sogar häufiger, wenn mein Gegenüber weiß, dass ich Alleinerziehende bin? Eine Antwort darauf habe ich im Blog Starkundalleinerziehend von Dr. Alexandra Widmer gefunden:

„Viele die Vorurteile gegenüber Alleinerziehenden besitzen, haben Angst selbst in diese Situation zu geraten. Man möchte eine größtmögliche Distanz aufbauen und das gelingt scheinbar, mit „schlauen“ Bemerkungen oder Abwertungen.“ (Weiterlesen bei starkundalleinerziehend.de)

Aha, so ist das also. Alleinerziehende und Nicht-Alleinerziehende sitzen nicht in einem Boot, auch wenn das Boot mit dem Beziehungsstatus überhaupt nix zu tun hat. Hinzu kommt das medial breitgestreute Vorurteil, dass Alleinerziehende immer auf Hilfe von außen angewiesen sind, statt selbst helfen zu können.

Das Glücksspiel mit 100 Prozent Gewinngarantie: Wer anderen hilft, wird selbst belohnt!
Anderen helfen bringt doppelte Freude, denn wer hilft, wird belohnt. Ein prima Glücks-Booster auch für Alleinerziehende.

Hätte ich es genauso gemacht?

Da man sich immer zuerst an die eigene Nase greifen soll, denke ich einfach mal zurück an die Zeit, als ich selbst noch dem Gros der eben erwähnten Kindergarteneltern mit Mann, Kind und Eigenheim angehörte. Wie hätte ich reagiert? Hätte ich da die Hilfe von einer Alleinerziehenden angenommen? Vermutlich nicht.

Man fragt ja auch keinen Obdachlosen, ob er ein paar Cent übrig hat. Zu sehr ist das Bild der zeitlichen Not Alleinerziehender in den Köpfen eingebrannt. Wie könnte ich da so dreist sein, da noch ein paar Minuten abknapsen zu wollen. Mir geht es bestimmt tausend Mal besser, dafür sollte ich dankbar sein und das Problem selbst regeln oder jemand anderen fragen.

Helfen ist ein menschliches Grundbedürfnis

Was ich als Nicht-Alleinerziehende nicht wusste: Mir ging es damals NICHT besser als heute. Und was ich auch nicht so genau wusste ist, dass es ein wichtiges menschliches Bedürfnis ist, anderen zu helfen. Der Mensch möchte seinen Beitrag zur Gemeinschaft zusteuern und ein Teil von ihr sein.

Es gibt 6 menschliche Grundbedürfnisse oder wie Tony Robbins sie nennt „The six human needs“, die uns im Leben antreiben. Oft wissen wir gar nicht, dass es sie gibt. Aber sie bestimmen unser Leben wesentlich mit und wir fühlen uns nicht gut, wenn ein Bedürfnis zu kurz kommt oder gar nicht gestillt wird. (Weiterlesen bei erzählmirmehr.com)

Mein Fazit

Es ist völlig okay, die Hilfe anderer Menschen anzunehmen, wenn sie dir helfen wollen. Egal ob derjenige alleinerziehend ist oder nicht – das spielt nämlich überhaupt keine Rolle! Du musst andere nicht vor sich selbst schützen. Das ist zwar irgendwie gut gemeint, aber somit das komplette Gegenteil von wirklich gut. Daher überlass die Entscheidung einfach der Person, die helfen möchte.

Und weil beide Seiten vom Helfen profitieren, ist es eine wunderbare Win-Win-Situation. Freu dich über die Hilfe und revanchiere dich bei Gelegenheit. So kommt ein prima Glücks-Ping-Pong-Spiel in Gang und wir müssen uns um eins der 6 Grundbedürfnisse keine Gedanken mehr machen!

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