Wechselmodell und was dagegen spricht

Wechselmodell: Was dagegen spricht!

Das Wechselmodell scheint derzeit das Allheilmittel gegen die üblichen Trennungsproblematiken zu sein. Täglich lese ich neue Nachrichten, die von wahren familiären Wunderheilungen berichten.

Der Blick durch die rosarote Wechselmodell-Brille

In diesen Berichten und Artikeln steht, dass die Väter durch das Wechselmodell glücklicher sein, weil sie endlich mehr Zeit mit ihrem Kind verbringen könnten. Auch die Mütter sein glücklicher, weil sie durch die gleichgewichtete Aufteilung der Kinderbetreuung wieder besser ihrem Beruf nachgehen könnten. Und die Kinder sollen durch das Wechselmodell auch viel glücklicher sein, weil sie sich nicht zwischen Mama und Papa nach deren Trennung entscheiden müssten. Keine Angst mehr vor dem psychischen Scheidungs-Knacks beim Filius. Friede, Freude, Eierkuchen.




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Und mit gleichgewichteter Betreuung ist hier tatsächlich die gleiche Stundenanzahl gemeint und nicht 1 Stunde Quality-Time mit Papa gleichgesetzt mit 23 Stunden Mama.

VORSICHT: Das Wechselmodell ist nicht für jeden Elterntypus geeignet

Denn für das Wechselmodell braucht es richtig gute Väter. Väter, die sich der Verantwortung und der Vorbildfunktion bei der Betreuung der Kinder bewusst sind. Väter, die sich nicht auf die Stufe ihrer Kinder stellen und nur der coole Bespaßungsdaddy sein wollen. Sondern Väter, die erziehen können, Regeln, Routinen und Rituale vorleben und -geben und Probleme ins Gespräch bringen, statt sie unter den Teppich zu kehren.

Aus eigener Erfahrung mit meinem Ex-Mann weiß ich, dass Väter die Kindsmütter auch gerne auch mit ihren eigenen Müttern verwechseln und ihre Erziehungsschnitzer bei den Kindern gerne versuchen als „dummen Jungenstreich“ durchgehen zu lassen.

Woher sollen heutige Väter wissen, was gute Väter ausmachen? 

Hier sehe ich einen ganz wesentlichen Faktor, der für das Wechselmodell in Zukunft entscheidend ist. Wenn Väter wissen, was gute Väter auszeichnet, weil sie es selbst als sie klein waren, vorgelebt bekommen haben, dann kann das Wechselmodell wirklich funktionieren.

Wechselmodell Kind bei Mama
Jede Woche werden beim Wechselmodell die Elternteile gewechselt und das Kind packt die Koffer

Aber sehen wir uns die heutige Vätergeneration an. Wie war das in ihrer Kindheit? Sie wurden fast nur von Frauen betreut und erzogen. Überall nur Mütter, Kindergartenerzieherinnen, Grundschullehrerinnen und Übungsleiterinnen im Sportverein. Und wo waren die meisten Väter: Auf der Arbeit! Und danach vielleicht noch beim Stammtisch oder Sport oder auf Geschäftsreise. Zuhause waren sie selten zu sehen und somit oft auch keine nähere Bezugsperson für das Kind. Oft wurde von Vätern auch einfach nur mit viel Autorität auf den Tisch gehauen oder auch sonst wo hin. Auch kein gutes Vorbild.

Und wie ist das heute? Es hat sich kaum etwas geändert. Das heißt auch die zukünftige Vätergeneration wird überwiegend von Frauen betreut und lernt wenig über das Bild eines guten Vaters.

Eine Männerquote in Frauenberufen wird dringend gebraucht!

In der Gesellschaft muss sich daher dringend etwas ändern, soviel ist klar. Zu oft werden spätestens bei der Kindererziehung traditionelle Geschlechterrollen heraufbeschworen. Aber wie oben schon beschrieben, ist es mit der Einführung des Wechselmodells als Regelfall nicht getan. Zu viele Väter können die benötigte Erziehungsqualität zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht leisten. Wir müssen viel tiefer in die Rollenmodelle vordringen und diese aufbrechen. Daher bin ich für eine Einführung von Männerquoten in Frauenberufen. Jede Kita, jede Schule und jeder Sportverein braucht 30% besser noch 50% männliche Erzieher, Grundschullehrer oder Übungsleiter.

Nur so können Jungs zu Vätern heranwachsen, die an guten, präsenten, männlichen Vorbildern lernen können.

Das Ende der Märchenstunde beim Wechselmodell

Halten wir fest: Gute Väter sind heute eher Zufall und nicht das Ergebnis eines konsequenten gesellschaftlichen und politischen Diskurses. Aber bei der Betreuungsform nach einer Trennung plädiert heute plötzlich Gott und die Welt FÜR ein Wechselmodell, „damit beide Elternteile bei der Betreuungspflicht stärker berücksichtigt werden können“ (Koalitionsvertrag, NRW).

Wechselmodell Kind beim Papa
Jede Woche ein anderer Lebensmittelpunkt bedeutet Stress pur für das Kind beim Wechselmodell

Ja, weil sich ja auch so viele tolle Eltern trennen? Meistens sind es doch die nicht so tollen Eltern, die sich trennen. Weil sie vielleicht gar keine Eltern mehr sein wollen oder wieder ihre Ruhe haben wollen. Um mal Klartext zu reden: Back to Junggesellenleben! Mutti wird’s schon richten. Die Unterhaltszahlungen für das Kind tun allerdings schon weh. Weshalb so viele Väter da keine Lust drauf haben und sich schon hier um die elterliche Verantwortung drücken. Nur jeder vierte Unterhaltspflichtige zahlt überhaupt den vollständigen Kindesunterhalt! (Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung) 

Wechselmodell: Ein prima Hintertürchen

Und jetzt kommt da diese Idee mit dem Wechselmodell. Der finanzielle Anreiz keinen Kindesunterhalt mehr zahlen zu müssen, wird noch den letzten biologischen Vater hinterm Ofen hervorlocken. Und die Kinder? Profitieren die wirklich von einem Vater, der sie eher an die Next oder sonstige (zumeist) weibliche Verwandte oder Bekannte abschiebt, statt sich wirklich mal mit ihnen zu beschäftigen? Eine Vater bei dem der Medienkonsum alle altersgerechten Empfehlungen für Nutzungszeiten verhöhnt? Ein Vater, der den Kindern alles erlaubt, kauft und sie konsumieren lässt, damit sie Ruhe geben – Hauptsache sie halten vor Mama dicht?

Ich übertreibe? Nein, ich spreche hier leider aus Erfahrung. Mein absolutes Highlight war ein verschwiegener Krankenhausaufenthalt des Kindes! Und diese Erfahrungen schöpfe ich alleine aus dem Umgangsrecht, dass der Vater mit Ach und Krach einmal im Monat für ein Wochenende wahrnimmt. Und selbst das findet nur statt, weil ich darauf bestehe. Leider sind wir kein Einzelfall. In Gesprächen mit Alleinerziehenden ist das leider sehr oft ein Thema.

Meine Kinder sind keine Dummy-Puppe

An dieser Stelle sage ich ganz klar NEIN zu einem allgemeinen Wechselmodell! Meine Kinder sind keine Dummy-Puppen, die jetzt als erste Generation diesen Irrsinn ausbaden sollen. Ich kenne meinen Ex-Mann und mag daher nicht darüber nachdenken müssen, was das Wechselmodell für uns bedeuten würde. Ich hoffe, dass mich kein Gesetzgeber und kein Gesetz dazu zwingen wird, eines Tages in ein Wechselmodell überzuschwenken.

Meine Kinder sind keine Versuchskaninchen, die ihren Vater zu einem guten Vater machen sollen. Damit steht das Wechselmodell nicht für das Kindswohl ein.

Wir müssen „unreifen“ Vätern erst das Laufen beibringen, bevor wir sie losrennen lassen.

Der hilflos ausgesprochene Satz „Väter erziehen anders“ ist eine Farce und spricht eher für die Hoffnung, dass alles gut werden wird, statt für ein bedingungloses Vertrauen in das Können der Väter. Sollte es zum gesetzmäßigen Wechselmodell nach der Trennung der Eltern kommen, MUSS es Richtlinien geben für die Väter, Betreuung und Begleitung. Und auch Wege raus aus dem Wechselmodell für Mütter! Und auch andersrum – es gibt ja auch „unreife“ Mütter.

Ich denke das ist ganz besonders wichtig, weil sich viele Väter überschätzen. Denn Männer sind schnell von sich überzeugt und bewerben sich beispielsweise schon auf Stellenausschreibungen, wenn sie nur 60% der Anforderungen erfüllen. Aber der rein biologische Vaterschaftsnachweis lässt noch lange nicht auf die väterliche Reife schließen – in vielen Fällen sogar eher für das Gegenteil.

Nachteile des Wechselmodell

Meine Kinder sollen nicht aus Koffern leben

Lasst uns die Väter in ihrer Vaterrolle bestärken, damit sie in Zukunft mehr Betreuungsarbeit leisten können und die Frauen tatsächlich besser ihrem Beruf nachgehen können. Es wird Zeit dafür. ABER: Lasst den Kindern einen Lebensmittelpunkt. Kinder wöchentlich teilweise über große Strecken hin- und herzufahren, ist in meinen Augen eine katastrophale Lösung. Kein längerer Aufenthalt an einem Ort, immer auf dem Sprung, JEDE Woche Koffer packen, kein zur Ruhe kommen.




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Wie sollen denn da Freundschaften entstehen oder Erzieherinnen in Krippe und Kindergarten ihre Arbeit machen können, wenn das Kind immer nur „Gast“ ist? Und wie soll das bei Schulkindern funktionieren? Ein wöchentlicher Wechsel der Schule? Das kann doch nicht gehen. Und schon gar nicht für das Kindswohl. 

Wer traut sich über die Familien zu richten?

Und ich spreche mich hier nicht nur als Mutter, sondern auch als Kind gegen das Wechselmodell für alle aus. Denn ich bin selbst ein Scheidungskind. Von außen hat man es unserer „normalen“ Familie vermutlich nicht angesehen, aber ich war heilfroh über die Scheidung meiner Eltern. Mein Vater taugte nicht als guter Vater (von sich selbst hat er vermutlich ein anderes Vater-Bild) und durch die Scheidung war ich ihn endlich los. Das Umgangsrecht habe ich ausgeschlagen. Aber ich wäre im Wechselmodell eingegangen, eine Woche am Stück als Kind mit diesem Mann. Nein! (Heute verstehen wir uns wieder viel besser. Aber das hat nichts mit mehr Nähe zu tun, die über ein Wechselmodell übers Knie gebrochen wird, sondern mit gaaaanz viel Distanz dazwischen.)

Aber wer schenkt den Kindern Gehör, die nicht bei ihrem Vater leben möchten? Wer schenkt den Müttern Gehör, die die biologischen Väter aus eigener Erfahrung für untauglich halten, das Wechselmodell gleichberechtigt leben zu können? Und wer kann entscheiden, ob ein Vater wirklich die nötigen Erziehungsqualitäten für das Wechselmodell mit sich bringt oder nur des Geldes wegen darauf besteht? Denn wenn wir nicht aufpassen, hört man es bald unter den Vätern tönen: „Zahlst du noch oder wechselst du schon?“

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4 Kommentare zu “Wechselmodell: Was dagegen spricht!

  1. Was für ein ekelhafter, herablassender und unglaublich verallgemeinernder Artikel.

    Gute Väter wären also nur ein „Zufall“ aber gute Mütter die Regel? Ich denke Sie sollten mal in sich hineingehen und fragen, ob da nicht einfach nur negative Gefühle gegenüber dem Ex-Mann und eine unglaublich pessimistische Linse mitspielen, mit dem Sie den Rest der Männer betrachten.

    Ich kenne eine Horde an Beispielen für klasse Väter, die ihre Kinder unterstützen und immer für sie da sind. Ich kenne Trennunsväter, die jahrelang kämpfen mussten, nur um ihre Kinder sehen zu dürfen und ich kenne überraschte Väter, deren Freundin ohne ihr Wissen die Pille abgesetzt hat, die alles aufgegeben haben, quer durch Deutschland gezogen sind, um trotzdem in der Nähe ihres Kindes zu sein.

    Mein eigener Vater ist eine meilenweit bessere emotionale Stütze als es meine Mutter je war. Sie ist dafür schlicht und ergreifend zu hysterisch und irrational.

    Nach ihrer Logik könnte ich jetzt durch meine positiven Erfahrungen meinem Vater gegenüber, über alle Väter urteilen und durch meine negativen Erfahrungen meiner Mutter gegenüber, über alle Mütter urteilen, aber so etwas maße ich mir im Gegensatz zu Ihnen nicht an.

    Liebe Grüße.

    • Silke Wildner

      Liebe K.
      Mein Artikel ist nicht dazu gedacht, über die Väter von heute zu richten. Ich wünsche mir viel mehr gute Väter, die sich in ihre Familien einbringen und auch nach der Trennung für das eigene Kind da sein können. Ich kann mir sogar vorstellen, dass verstärkte gute männliche Familienarbeit die Scheidungsquoten sinken lassen könnte. Zumindest behaupte ich das jetzt mal so nur mit dem bloßem Blick auf meinen Freundeskreis.

      Aber auch heute noch gibt es so unglaublich viele Männer, die sich mit diesen Themen sehr schwer tun. Frauen in Paarbeziehungen, die mit den Kindern zu oft alleine gelassen werden. Warum – frage ich mich! Liegt es wirklich an den fehlenden Vorbildern? Warum finden so wenig Männer ihre Erfüllung in erzieherischen Tätigkeiten? Und ich habe das Gefühl, dass es immer weniger werden.

      Zu meiner eigenen Grundschulzeit gab es zwei, drei Grundschullehrer. Heute findet man auf der gleichen Schule: Keinen! Und auch im Kindergarten: Keinen Erzieher! Und auch der Turn-Übungsleiter von früher ist mittlerweile weiblich. Das kann doch nicht sein! Ich glaube, wenn wir gesellschaftlich und politisch verstärkt Rollenbilder aufbrechen, dann werden sich zu den heute schon guten Vätern noch viele dazu finden. Das und nur das ist Ziel meines Artikels.

      Liebe Grüße
      Silke

  2. Andre Hoechtlen

    Ich kann K. da nur absolut beipflichten, nachdem ich zu Beginn völlig unvoreingenommen Ihren Artikel gelesen habe.
    Unglaublich was dort teilweise über die Väter von heute geschrieben steht. Um jetzt auf alles einzugehen, fehlt mit leider die Zeit.
    ABER
    Ich bin so ziemlich in Ihrem Alter und kann Ihre Aussagen zum Thema Grundschule in der Zeit überhaupt nicht teilen oder bestätigen.
    Ganz im Gegenteil. Es gab dort soweit Ich mich erinnern kann gleichermaßen viele Lehrer und Lehrerinnen.
    Meine 5 jährige Tochter, die höchstwahrscheinlich und hoffentlich bald in einem Wechselmodel leben darf bzw. wird, liebt übrigens ihre beiden männlichen Kindergärtner sehr.
    Einen Mangel an Vorbildern kann ich also überhaupt nicht bestätigen.
    Und das Sie mit Ihrem Artikel das Ziel verfolgen, mehr gute Väter, zu den wenigen die es bereits gibt, zusätzlich zu finden, ist für jeden der diesen Artikel aufmerksam gelesen hat der blanke Hohn.
    Entschuldigung, aber Ich bin gleichermassen sowohl aufgebracht, als auch sehr traurig über eine solche Meinung einer alleinerziehenden Mutter von 2 kleinen Kindern, die dem Anschein nach viele Beziehungsprobleme zu Männern bzw Vätern durchlebt haben muss.
    Bitte verallgemeinern Sie öffentlich doch keine persönlichen Meinungen über eigene Erlebnisse, wofür keine anderen „normaldenkenden“ Väter (und das sind viele), nichts können.
    Im Normalfall sucht sich übrigens jeder sein Gegenüber freiwillig und auf eigenes Risiko aus. Auch Männer tun das.
    Vielleicht einfach mal drüber nachdenken oder wie vorangegangen diesen Kommentar ebenfalls nutzen um (sprichwörtlich)noch mehr Öl ins Feuer zu gießen um das endlich sehr gut durchdachte, faire und willkommene Wechselmodell zu verteufeln.

    MfG
    Andre H.

    • Silke Wildner

      Lieber Andre.
      Ich kann ihren Kommentar natürlich so nicht unkommentiert stehen lassen und habe hier ein paar Fakten zusammengetragen, die leider wirklich der Tatsache entsprechen und nicht nur meine persönliche alleinstehende Erfahrung widerspiegeln.
      Es freut mich, dass Sie in einer Grundschule mit gleichen männlichen und weiblichen Lehreranteilen unterrichtet wurden. Leider ist das nur ihre persönliche Erfahrung, denn schon 2016 erschien in der ZEIT ein sehr interessanter Artikel „Grundschullehrer: Männer? Höchstens im Hausmeisterkabuff“ der das starke Übergewicht der weiblichen Lehrkräfte zum Thema hatte: https://www.zeit.de/karriere/beruf/2016-06/grundschullehrer-maenner-beruf-anteil
      Die WELT hatte 2017 einen Artikel über die Erzieherinnen und Erzieher in Kitas herausgebracht: https://www.welt.de/wirtschaft/article163993147/Wo-besonders-viele-Maenner-in-Kitas-arbeiten.html
      Demnach kommt gerade mal Hamburg auf 10% männliche Erzieher in Kitas, der Bundesdurchschnitt liegt bei 5,2%. Leider kommen daher viele Kinder in Kitas und Grundschulen nicht in den Genuss von männlichen Bezugspersonen. Meine Kinder haben 0 männliche Erzieher in der Kita und 0 Grundschullehrer. Kein Witz – sondern in vielen Orten Deutschlands Wirklichkeit. Googeln Sie mal danach, es gibt massig Artikel zu diesen Themen.

      Auch ihre Meinung zum „sehr gut durchdachten, fairen … Wechselmodell“ kann ich nicht teilen. Es ist schön, dass für Sie und ihre Ex-Partnerin das Modell angemessen erscheint. Es braucht aber zwei auf der Elternebene gut funktionierende Erwachsene, um das Modell gut leben zu können. Aber bitte lassen Sie bei dem fairen „Aufteilen des Kindes“ nicht das Kind außer acht. Es wird zwischen Ihnen beiden hin- und herwechseln. Jede Woche eine andere Bezugsperson. Hätten Sie das als Kind gewollt? Jede Woche ein anderes „eigenes Reich“. Kein Wunder, dass sich Psychologen gegen das Wechselmodell aussprechen. Auch das lässt sich googlen. Hier mal ein Artikel zum Blick aus der Entwicklungspsychologie: https://mit-kindern-reifen.de/gedanken-zum-wechselmodell-durch-die-brille-der-entwicklungspsychologie/
      Vielleicht beschäftigen Sie sich auch einmal mit dem Wechselmodell aus Sicht ihres Kindes bevor sie sich dafür aussprechen.
      Das sie mir meine negativen Gedanken zum Wechselmodell jetzt einfach als „Selbst Schuld – Augen auf bei der Partnerwahl“ in die Schuhe schieben wollen, ist natürlich eine sehr einfache Lösung. Das hat ihre Vorrednerin K. ja auch als einzige Lösung gehabt. Leider ist das mit dem „selbst Schuld“ auch so eine Sache. Wir entscheiden nur ca. 5% unserer Entscheidungen bewusst, der Rest läuft über Prägungen, Erziehung, Umfeld, Glaubenssätze, Unterbewusstsein etc. ab. Diese können mitunter verkorkst sein, da wir alle nicht in einer idealen Welt leben und aufgewachsen sind. Warum wir uns, unsere Partner auswählen, wissen wir manchmal selbst nicht so genau. Und damit stehe ich auch wieder nicht alleine da. Ich bin kein Einzelfall, und auch wenn sich mein Blogbeitrag nur nach meinen eigenen Erlebnissen anhört, so habe ich viele Geschichten anderer Frauen dort mit eingearbeitet. Und sogar eines Mannes, der jetzt Alleinerziehender ist.

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