Nepal gemeinsam mit Kind entdecken

Nepal mit Kind: Ein Reise-Traum wird wahr!

Die alleinerziehende Katrin reiste vor einem Jahr mit ihrer 8-jährigen Tochter 3 Monate durch Thailand und Nepal. Im zweiten Teil ihres Reiseberichts erfährst du, wie es Mutter und Tochter auf der Reise durch Nepal ergangen ist.

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Liebe Katrin, ich bin schon sehr gespannt auf den zweiten Teil eurer Reise und die Erlebnisse in Nepal. Nach zwei Monaten Entspannung in Thailand war die Umgewöhnung doch sicher groß, oder?

Drei letzte Tage in Bangkok und dann hieß es für uns Abschied nehmen. Nach acht Wochen heißer und schwüler Luft in Thailand war die Ankunft in Kathmandu fast schon eine Wohltat. Angenehme 18 Grad und unser Guide, der sich als Frau entpuppte, erwarteten uns am Flughafen. Unser Nepalabenteuer konnte somit beginnen! 

Mutter und Tochter entdecken gemeinsam Nepal
Katrin und ihre Tochter haben Nepal gemeinsam entdeckt und die höchsten Berge der Welt gesehen.

Tschüss Thailand, hallo Nepal

Einmal die höchsten Berge der Welt zu sehen, davon träumte ich schon lange. Aber ist das auch möglich mit Kind? Ja ist es, kann ich jetzt definitiv sagen!

Wir hatten das Trekking über eine Organisation gebucht, die Erfahrung mit Kindern hat. Auf etwa der Hälfte der Strecke begleitete uns ein Pferd – für Christina ein Highlight – da sie auch Zuhause reitet. Zusammen mit Träger und Guidin war unsere Reisegruppe komplett.

Den Himalaja auf dem Rücken der Pferde erkunden
Reiten ist im Himalaja ein Erlebnis!

Einen Monat sind wir gemeinsam unterwegs und machen drei verschiedene Trecks: Annapurna Base Camp und den PoonHill Trek, anschliessend geht es weiter zum Langtang Trek.

Wir laufen täglich 4-8 Stunden und gewöhnen uns ans Schlafen im Schlafsack, die einfachen Unterkünfte, Stehtoiletten, Kälte und Schnee. Die Landschaft ist unglaublich. Und während es in Thailand einfach tolle, lange Ferien waren, sind die Eindrücke in Nepal tiefer. Wir waren immer wieder ergriffen von dieser Naturgewalt. 

Eine ungewöhnliche Reisegruppe

Dank unserer Guidin erfuhren wir viel über das Leben in Nepal. Wir hatten viele nette Begegnungen mit Nepalesen und abends in den Lodges auch mit anderen Trekkern.

Eine Frau als Guidin zu haben ist in Nepal unüblich! Denn das Trekkingbusiness ist klar eine Männerdomäne. Das ist zumindest genauso unüblich, wie eine alleinreisende Frau mit Kind im Himalaja anzutreffen. Somit hatten wir gleich mal eine Gemeinsamkeit, an die wir anknüpfen konnten.

Mit Guide unterwegs durch Nepal
Und weiter geht es mit unserer Guidin. Immer weiter bergauf!

Unsere Guidin, nur 1,45 m gross, stammte aus einer armen Familie und musste gegen viele Widrigkeiten im Leben kämpfen. Sie ist eine sehr emanzipierte und starke Frau, studiert soziale Arbeit und hat viele Ideen, wie sie die Gesellschaft in Nepal verändern möchte.

Heiraten und Kinder stehen nicht in ihrer Agenda, sie möchte ein selbstbestimmtes Leben führen und auf eigenen Beinen stehen. 

Nepal und Kind – passt das zusammen?

„Mein Kind würde nie so weit laufen!“, „Macht das deine Tochter denn mit?“, „Das ist doch total langweilig für sie“, „Meinst du nicht ein Trek reicht? Im Süden gibt es noch einen Dschungel, das ist für Kinder viel spannender als zu laufen“. Die gutgemeinten Ratschläge kannten im Vorfeld kein Ende.

Natur pur und schöne Reisebilder mit Schnee aus Nepal
Bei Traumwetter trekken wir vom Schnee bis zum blühenden Rhododendron

Aber ich wusste, dass meine Tochter körperlich in der Lage ist so viel zu laufen. Wir haben in der Schweiz schon mehrtägige Wanderungen gemacht. Daher bin ich der Meinung, dass Kinder – wenn man es ihnen zutraut – ab ca. 6 Jahren in der Lage sind auf größeren Wanderungen mitzuhalten.

Voraussetzung ist ihre Motivation und die war bei Christina beim Wandern schon von klein auf da. Was sie aber nie mochte, waren langweilige Spaziergänge in der Ebene. Aber sobald es alpin wurde, die Wege schmaler und steiler, begann es ihr zu gefallen. 

Was war anders in Nepal?

Auch in Nepal kamen wir sehr schnell in einer Routine an und fanden unseren Rhythmus: Aufstehen, frühstücken, packen, laufen, essen, laufen, essen, auspacken, schlafen. Denn nicht zu trekken war gar keine Option und so gerieten wir bald in eine fast meditative Ruhe.

Hängebrücken gibt es viele in Nepal
Nepal und seine Hängebrücken. Wir lieben es!

Die Gedanken verselbständigten sich und im Nu, waren wir wieder eine Stunde weitergewandert. „Pssst Mama, ich bin grad am denken, stör mich jetzt nicht“ wechselte sich ab mit stundenlangen Ideensammlungen für die nächste Geburtstagsparty meiner Tochter.

Im Gepäck war auch unsere E-Reader* auf dem wir von Cornelia Funke „Der Drachenreiter“* und die Fortsetzung „Die Feder eines Greifs“* lasen. Wie wunderbar passten diese Bücher zu unserer Wanderung! Ob das da vorne die Berge vom „Saum des Himmels“ sind, hinter dem die Drachen leben?

Der Weg zum Annapurna Base Camp in Nepal
Es geht hoch Richtung Annapurna Base Camp und wir sind nicht mehr alleine unterwegs.

Körperlich mochten wir das Trekken beide. Klar, es war teilweise anstrengend, aber wir hatten genug Reserve. Christina bekam von anderen Trekkern viel Anerkennung für ihre Leistung.

Unser „Training“ in den Schweizer Bergen und unsere gut eingelaufenen Wanderschuhe machten sich bezahlt. So hatten wir im Gegensatz zu manch anderen keine einzige Blase an den Füßen und auch die Höhe bereitete uns keine Probleme.

Unsere Highlights unterwegs durch Nepal

Als ersten Höhepunkt erreichten wir am 14.04.2019 das Annapurna Basecamp auf 4200 Metern Höhe. Um 3.45 Uhr liefen wir morgens im Schein unserer Stirnlampe los und erreichten unser Ziel rund zwei Stunden später zum Sonnenaufgang. Es war unglaublich schön! 

Annapurna in Nepal bei Sonnenaufgang
Mitten in der Nacht brechen wir auf und dürfen 2 Stunden später den Sonnenaufgang über dem Annapurna erleben. Wir haben es geschafft!

Nach dem PoonHill und einem Ruhetag fuhren wir weiter zu unserem letzten Trek nach Langtang. Weniger touristisch und vor wenigen Jahren fast vollständig durch ein schreckliches Erdbeben zerstört, wurde die Region erst kürzlich wieder für Touristen geöffnet. Die Spuren des Bebens sind noch zu sehen – das machte uns betroffen und war sehr eindrücklich.

Die Natur ist hier wilder, ursprünglicher. Wir werden Zeuge einer Lawine, die uns den Weg versperrt. Die Naturgewalten offenbaren sich. Und wir halten ein 10 Tage altes Yak in den Armen, als wir zwei Tage in Kanjin Gompa verweilen – einem Ort sprichwörtlich am Ende der Welt.

Ein neugeborenes Yak in Nepal
Eins unserer Reise-Highlights war das 10 Tage alte Yak

Frühmorgens steigen wir auf den Kanjin Ri und befinden uns auf 4400 Metern: Adler fliegen an uns vorüber, wir machen Spaßfotos, genießen die Aussicht und lassen die Bergwelt auf uns wirken. Ich bin unglaublich stolz, dass wir uns auf dieses Abenteuer eingelassen haben und bin mir sicher, dass es auch für meine Tochter genau so stimmt. 

Mein Fazit ein Jahr danach

Nun sind wir seit fast einem Jahr wieder zurück in der Schweiz. Wir sind damals irrsinnig schnell wieder im Alltag angekommen und haben beide exakt dort wieder angeknüpft, wo wir vor der Reise standen. Schon nach kurzer Zeit war es, als wären wir nie weggewesen.

Wir freuten uns wieder auf unser gewohntes Umfeld, auf Freunde und Familie und es war sehr schön zu erfahren, dass sich auch alle auf uns freuten.

Die kritischen Stimmen sind verstummt und der Tenor ist einstimmig: „Super, habt ihr diese Reise gemacht! Ihr seid so strahlend zurückgekommen. Diese Erfahrung kann euch niemand mehr nehmen. Tolle Leistung von euch beiden!“

Mutter und Tochter reisen durch Nepal
Christina und ich – endlich auch mal gemeinsam auf einem Foto!

Oft werde ich gefragt, ob wir wieder eine Reise planen. Nein, wir planen keine zweite Reise dieser Art. Christina würde es auch nicht mehr wollen. Denn sie hat ihre Hobbys intensiviert und es gibt für sie im Moment nichts Wichtigeres als das Hier und Jetzt.

Zudem wäre es finanziell im Moment nicht machbar. Und je älter Christina wird, desto weniger kann ich es vertreten, sie aus der Schule zu nehmen. Außerdem ist unsere Ökobilanz durch unsere Reise echt mies und ich möchte künftig auf Fern-/Flugreisen verzichten.

Aber zugegeben – ab und an kommen sie, diese Gedanken. Vielleicht doch mal mit der Transsibirischen Eisenbahn in die Mongolei? Oder einmal ins Baltikum? 

Mach deine Reise-Träume wahr

Was ich dir auf jeden Fall mit auf den Weg geben möchte: Eine Reise alleine mit Kind ist machbar! Eine Reise alleine mit Kind ist sogar sehr gut machbar. Ich möchte dir Mut machen, deine Reiseträume zu verwirklichen und für dich selbst einzustehen. Alles Gute! 

Liebe Katrin, ich möchte mich ganz herzlich bei dir für diesen eindrücklichen Reisebericht und deine Gedanken dazu bedanken. Du hast damit vielen Mut gemacht Größeres zu wagen.

Den ersten Teil von Katrins Reisebericht (Thailand) findest du übrigens hier: „3 wundervolle Monate alleine reisen mit Kind“.

Wenn du entspannte Tipps für kleinere Urlaubsreisen suchst, dann schau einmal hier rein: „Gute Urlaubs-Tipps für Alleinerziehende“.

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